Thursday, October 29, 2015

"Die Musik der Stille" -Patrick Rothfuss

Dieses Buch hat ja schon ein bisschen Ärger gesorgt. Da warten alle gespannt auf eine Fortsetzung der Königsmörder-Chroniken und dann erscheint ein schmales Bändchen über eine Nebenfigur, das so gar keine epische Erzählung ist, sondern eine ganz stille, ruhige, fast verschlossene Geschichte. Nicht über Monate und Jahre wie seine großen Geschwister, sondern über sieben gewöhnliche Tage und statt quer über die gesamte bekannte Welt zu streifen verbringt es Tage an einem engen Ort, unter der Erde, nur etwas geweitet durch einen einzigen nächtlichen Ausflug zur Oberfläche.
Voll mit komischen Namen, die sich keiner merken kann, aber sich dadurch hervortun, dass sie nicht vollkommen abstrus-fantastisch sind, sondern Wortspielereien. Und mit einer einzigen Figur, die fast die ganze Zeit allein für sich ist, ganz ohne Dialoge, wirkliche Handlung, oder selbst einen Spannungsbogen. Nichts davon. Nur Auri, ihre kleine unterirdische Welt und sie seltsame Welt in ihrem Kopf.

Tuesday, October 27, 2015

Because the people who are crazy enough...

Ich hatte ja diese Zitatesammlung in der Sidebar, in der ich meine liebsten Zitate aus allen Richtungen gesammelt habe... jetzt habe ich angefangen, Bilder zu dem Zitaten zu erstellen, als allererste ein animiertes GIF:

Erstellt aus einer Finelinerzeichnung, die ich vor fast einem Jahr gemacht habe. Weil das Zitat von Steve Jobs ist, habe ich kleine Äpfelchen als Gänsefüßchen genommen, im Nachhinein kommt mir das ganz schön bekloppt vor, aber das ist ja gut so :D

Wednesday, October 21, 2015

An eine gute Freundin

Es gibt da die Tage, an denen ich weiß, was für ein verdammtes Arschloch ich bin. Wenn mir klar wird, dass ich dich viel zu oft beleidige, zu oft dumme Kommentare über dich abgebe, die sicherlich gut gemeint sind, aber dir nicht weiterhelfen. Wenn ich so ungeschminkt ehrlich sage, was ich denke -was ja nicht unbedingt die Wahrheit sein muss- dass es bereits verletzend ist, wenn ich dich richtiggehend ankotze und so kritisiere, dass mir das alles irgendwann selber auf den Magen schlägt.
Ich sage dir das immer so leichtfertig, dass du isoliert bist, und den ganzen Tag vor deinem Laptop hockst, dabei tue ich das auch und verbringe den größten Teil meiner freien Zeit eigentlich auch nur vor dem Schreibtisch.  Oder im Bett. Dabei habe ich nur das Glück, dass ich mir ein bisschen mehr leisten kann als du, wei meine Eltern mehr verdienen als deine.
Deswegen kann ich drei Wochen nach Paraguay gehen und mit Leuten verbringen, die hinterher sagen, dass die 120€ die sie dort nur an Taschengeld für allen möglichen Schnickschnack ausgegeben haben, günstig finden, während das aus der Sicht der Menschen dort eigentlich horrende Preise sind. Deswegen gehe ich auf Klassenfahrten und auf Festivals, während deine Eltern einen Kinobesuch teuer finden. Wenn ich in dem Kontext sage, dass du isoliert bist, bin ich ein Arschloch, denn keiner von uns kann etwas für seine Eltern.
Dann sage ich Dinge, über dein Aussehen, deinen Bruder und anderes, die, besonders wenn ich überlege, was ich mir dabei gedacht habe, total abfällig sind. Manchmal ist es wirklich deine Faulheit, die dich von so vielem fernhält oder das es in deinem Kopf zu fest drinsitzt, dass manche Sachen für dich unmöglich sind, aber es ist auch sehr oft einfach nur dein Pech, ein Zufall, eine unglückliche Wirkung. Dann wieder, das fällt mir viel zu oft erst im Nachinein ein, sind es bloß meine eigenen selbtstsüchtigen Gründe, warum ich möchte, dass du dabei bist. Oder du bist in Wirklichkeit nicht bei etwas dabei, weil ich schlecht geplant habe, und dir bloß nicht rechtzeitig Bescheid gesagt habe.
Dabei ging es mir doch vor zwei Jahren auch so. Ständig zu Hause, vorm Schreibtisch, außerhalb der Schule kein Sozialleben, liegt heulend auf dem Sofa und fragt sich was das Problem ist. Die Lösung war bisweilen, laut singend im Regen spazieren zu gehen. Ich glaube, dass ich damals ein besserer Mensch war. Ich habe mich viel öfter auch dann entschuldigt, wenn es unnötig war, aber auf jeden Fall wenn es nötig war. Vielleicht hatte ich weniger Selbstbewusstsein, aber ich war höflicher und hielt stärker an meinen Prinzipien fest.
Wenn ich an dich denke, habe ich das Gefühl, mein früheres Ich verraten zu haben. Und die Traurigkeit sitzt in meinem Bauch. Ich möchte, dass du weißt, dass ich darüber nachdenke und dass es mir nicht egal ist, was ich in der Vergangenheit gesagt habe.
Es tut mir Leid. Nicht nur für heute, sondern vor allem für vieles, was ich dieses Jahr gesagt oder geschrieben habe.

deine Mulan.

Sunday, October 11, 2015

Ernsthaft

Gefunden in Julies Paradies ↗

Das Leben ist… immer kompliziert, egal was man macht. Gerade der Versuch, es einfacher und bequemer zu gestalten, macht es uns so kompliziert.
Es ist schwer zu definieren, denn in der Gegenwart glänzen Zukunft und Vergangenheit immer heller als sie es tatsächlich waren oder sein werden.

Sterben müssen heißt… aufgeben, loslassen und und endlich fliegen.

Menschen können… grausam sein, hinter all ihren Masken und scheinen immer anders, als sie sind. Sie kommen einander nahe obwohl sie sich gegenseitig verletzen und sind manchmal einsame Inseln, denn selbst Worte reichen nicht, um manche Dinge auszudrücken.

Die Welt braucht… mehr Ärzte, Verstand und Ruhe. Mehr rationale Träumer. Mehr Ideen, die weniger Ressourcen verbrauchen. Weniger Menschen, die unbedingt exakt ihre eigenen Vorstellungen von der Welt durchsetzen wollen.

Das Wichtigste im Leben ist… sich selbst nicht unglücklich zu machen, sich falsche Entscheidungen einzugestehen, sobald man auf dem Holzweg ist und seinem Leben einen Sinn zu geben, statt nach dem Sinn zu suchen und aus lauter Verzweiflung, dass man ihn nicht findet, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

Vergangenheit ist… im Nachhinein schöner als es war. Das, was die Zukunft immer noch bestimmt und die, sobald sie es ist, unabänderlich ist. Das, was man nie wieder zurückgewinnen kann.

Zukunft bedeutet… ein Bild auszumalen, dessen Umrisse man noch nicht kennt. Der virtuelle Punkt am Horizont, dem alle zustreben, ohne sich je nach rechts und links umzuschauen. Der Punkt, der immer genau gleich entfernt bleibt, egal wie sehr man mit der Zeit geht.