Tuesday, December 23, 2014

Über Trolle und Menschen /About Trolls and Men

"Die Trolle"-Trilogie von Christoph Hardebusch ist das persönliche neue Nerdstück des Jahres von meinem Bruder. Damit meine ich, dass es meinem Bruder wieder gelungen ist, irgendwas zu entdecken, über das wir beide ewig lang rumdiskutieren können. Nerdstück eben. Harry Potter, Narnia, Zurück in die Zukunft, Star Wars und die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär sind auch solche Nerdstücke. Alles klar?
Bei solchen Nerdstücken zählt für mich persönlich auch nicht mehr objektiv wie gut oder schlecht sie sind. Ehrlich gesagt fand ich "Die Trolle" als Buchtrilogie nicht so überragend und über manche bierernsten Szenen musste ich einfach nur lachen, aber es ist das Nerdstück des Jahres, das heißt, ich finde letztendlich sollte die Trilogie mal erwähnt werden. Und darum schreibe ich jetzt einfach mal über die Trolle

The "Trolls"-Trilogy by Christoph Hardebusch (Uhm, I guess it's a German book that hasn't even been considered to be translated yet) is the personal nerdpiece of my brother this year. I mean, that my brother again managed to discover something, that we can discuss for hours. nerdpiece. Harry Potter, Narnia, Back to the Future, Star Wars and the 13 1/2 Lives Of Captain Bluebear are also such nerdpieces. Got it?
For me personally it doesn't matter whether objectively they are good or bad. Honestly, as a book trilogy "The Trolls" weren't really outstanding and I had to laugh at some of the serious scenes, but it's the nerdpiece of the year, which means, I think the trilogy should finally be mentioned. And that's why I'm writing about the trolls.


Vor allem da die ganze Geschichte trotz einiger Schwächen ein interessantes Thema, indem sie der aus heutiger Sicht primitiven Fantasywelt der Menschen die noch urtümlichere Lebensweise der Trolle entgegensetzt und einem die Augen dafür öffnet, dass auch die mittelalterliche Lebensweise erstens auch teilweise schon unschöne Auswüchse hatte, die nicht besser waren als der moderne Wahnsinn den wir tagtäglich erleben, dass es trotz allem nicht der natürliche Zustand ist, dass Menschen sesshaft Leben oder Krieg führen und zweitens, dass unsere Lebensweise nicht besser ist. Die Trolle sind ziemlich urtümlich lebende Nomaden, die in Höhlen unter der Erde leben und keine höher entwickelte Technik haben. Die Menschen leben, typisch Fantasy, in Königreichen, in Städten und Burgen, Dorfgemeinschaften und so weiter.

Especially since the whole story has despite some weaknesses an interesting topic, by counterparting the from our view primitive fantasy world of the men with the even more primeval life of the trolls and you a check, that firstly even the middle age-like life already had some unattractive excrescences, that weren't better than the modern madness that we live every day, that despite of all, it isn't the natural way of humans to settle down or to make war, and secondly that our way of living isn't better. The trolls are very archaic living nomads, that live in caves underneath the earth, and don't have any higher developed technologies. The humans live, typically fantasy, in kingdoms, in cities and castles, in villages and so on.


Dass man die eine Lebensweise mit der anderen vergleicht, hat zur Folge, dass einem klar wird, dass schon im Mittelalter bereits sogenannte "Zivilisationsprobleme" existierten, denn schon die Tatsache, dass Menschen sesshaft sind und Land für sich beanspruchen, obwohl es ja eigentlich letztendlich nur sich selbst gehört und nur genutzt, aber niemals wirklich besessen werden kann, ist ja eigentlich unnatürlich. Das Buch hinterfragt nicht nur die ungerechte Verteilung von Besitz, sondern den Besitz als solchen.

That you compare one lifestyle with the other makes you aware, that already in the middle ages there were so-called problems of civilization, because already the fact, that people settle down and claim land as their own, even though land only belongs to itself, is unnatural. The book not only questions the unfair distribution of possession, but the possession as such.

Der zweiter interessante Aspekt ist der, dass die Trolle zwar gegen andere Spezies in Kriegen kämpfen, gegen die Zwerge zum Beispiel, oder auf der Seite des einen Menschenvolkes gegen das andere, wenn die einen sie um Hilfe bitten, aber niemals Krieg gegeneinander. Trolle, die andere Trolle töten, werden verstoßen und überleben alleine nicht lange. Als dann später doch eine Gruppe von Trollen beginnt, andere Trolle zu töten, ist die ganze Ordnung in der Trollwelt durcheinander.
Die meisten Trolle verwundert es, dass Menschen sich gegenseitig töten. Ich finde die Gedanken, die der Autor einem der Trolle eingibt, ganz interessant, als er sich frägt, ob es den Menschen eigentlich Spaß macht, Krieg zu führen.

The second interesting aspect is, that the trolls do fight with other species in wars, for example against the dwarves, or on the side of one human nation against the other, but never fight any wars against each other. Trolls who kill other trolls are expulsed and don't survive long alone. When later on a group of trolls starts killing other trolls, the whole order of the troll worlds gets smashed up.
Most trolls don't understand, why humans kill each other. I find the thoughts, that the author gives to one of the trolls quite interesting, when he wonders, whether humans have fun, when they make war.



Irgendwann hat mir mein Vater einmal erzählt, dass die Menschen in der Altsteinzeit nie Krieg geführt haben. Alle wirklichen kriegerischen Konflikte begannen da, als die Menschen sesshaft wurden und Land für sich beanspruchten. Also ab dem Zeitpunkt, an dem die Menschen begannen, Dinge besitzen zu wollen, beginnen sie auch Krieg zu führen. Krieg ist auch Zivilisationsproblem.
Das heißt, eigentlich, wenn Menschen Besitz haben und unbedingt daran festhalten wollten. Wenn sie nicht loslassen können und für ihren Besitz kämpfen. Für mich hat das eine Bedeutung, weil es auch heißt, dass wir uns nicht mehr an die vielen Nebensächlichkeiten des Alltags klammern sollten, sondern das wir, wenn wir frei davon sind, für Besitz zu kämpfen, ein glücklicheres Leben führen. Warum machen Leute so einen Aufstand, wenn sie ihr Handy, ihren Geldbeutel oder Schlüssel verlieren? Natürlich haben diese Dinge durchaus einen Wert, aber warum klammern wir Menschen uns so sehr daran fest?

At some time my father once told me, that people in the early stone age never made war. All martial conflicts began, when people became sedentary and claimed land for them. So, from the point, when people began to want to possess things, they also began to make war. War is also a problem of civilisation.
This means, actually, when humans have possessions and absolutely want to hold to their possessions. For me this has a meaning, because it also means, that we should not hold to all the negligibilities of everyday life, but that we, when we're free of fighting for possesions, have a happier life. Why do so many people make such a fuss about losing their cellphone, their purse or their key? Of course these things do have a a value, but why do we humans hold so tight to them?


Selbst meine Bücher sind unwichtig, wird mir gerade klar. Ich meine, natürlich sind sie wichtig, aber das Papier und die Tinte, auf dem die Geschichten stehen, sind es nicht. Das Cover? Was soll ich eigentlich damit? Ist die Verpackung überhaupt von Bedeutung für die Geschichte? (Übrigens auch eine Sache, die mich beim Lesen der "Trolle"-Trilogie beschäftigte, da die Cover der Ausgabe, die ich besitze, abgrundtief hässlich sind.)
Ich würde niemals meine Heimbibliothek in Brand setzen. Niemals, darauf könnt ihr euch verlassen. Aber wenn sie in Flammen aufgehen würde, dann würde das Wesentliche, das Wichtigste was in meinen Büchern steht, in meinem Kopf weiterleben. Solange ich lebe.
Ja, ich habe als Büchernarr hier gerade ein gewisses Denkverbot gebrochen. Aber warum sollten Bücher trotz allem keine Gebrauchsgegenstände sein? Für mich war das eine störende Mauer in meinem Kopf, die mir die Sicht verstellt hat.
 Wir sollten uns einfach nicht von den Dingen vereinnahmen und besitzen lassen. Wenn wir etwas wirklich besitzen und kontrollieren wollen, müssen wir es auch wieder loslassen, weggeben und verlieren können.

Oder was denkt ihr?

I realize, even my books aren't important. I mean, of course they are important, but the paper and the ink where they're written on aren't. The cover? What does it mean anyway? Is the packaging of any meaning for the story? (By the way, this was also a topic that I thought about when reading the "Trolls"-Trilogy, since the covers of the issue I have are unfathomably ugly.)
I'd never burn my home library. Never, rely on my. But if my library burst into flames, the most important, the essential things from my books would live in my mind. As long as I live.
Yes, as a bibliophile I've broken a goodthink. By shouldn't books simply be objects of utility? For me, that was a disturbing wall in my head, that blocked my view.
We shouldn't let ourselves be pocketed by things. If we really want to possess and control something, we need to be able to give it away, let it go, or even lose it.

Or, what do you think?

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