Saturday, March 21, 2015

Allseits wilde Wanderungen


Ich hatte ja erwähnt, dass ich, als ich neulich den Wander-Tag ausgeteilt habe, von fast allen zurückgetaggt wurde. So weit ist es also schon gekommen. Heute habe ich dann mal angefangen, zumindest zwei mal elf Fragen (nicht mal die Hälfte *stöhn*) zu beantworten. Ich fange mal mit Liobas Fragenstapel an:

Wie viele und welche Sprachen sprichst du? 

Deutsch und Englisch kann ich beides fließend. Ich konnte auch mal fließend Chinesisch, aber dann ist mein Sprachniveau irgendwo auf dem einer sieben, bzw. achtjährigen stehen geblieben (Absurd, wenn man bedenkt, dass ich damals IN CHINA gelebt habe) und als ich  (mit acht) in Deutschland erstmal sowieso die merkwürdige Außenseiterin war habe ich sowieso kein Wort Chinesisch mehr geredet, weil niemand mehr mit mir in dieser Sprache geredet hat. Alle wollten, dass ich mal ein paar Sachen auf Chinesisch sage, aber da habe ich mich so bedrängt gefühlt, dass ich das auch nicht wollte. Sie haben sich nur für das Chinesisch interessiert und nicht dafür, wer ich bin. Ach, was wollte ich sagen? Jedenfalls kann ich kein Chinesisch mehr.

Außerdem lerne ich Latein in der Schule, aber das zählt nicht. Latein kann man studieren, aber nicht sprechen, wenn man nicht gerade einen Schüleraustausch mit Kardinälen veranstalten will.

Welche Sprachen willst du unbedingt mal lernen?

Damit der Absurditätsfaktor erstmal hochgestellt ist: Elbisch, Esperanto und Gälisch. Ansonsten Spanisch, Arabisch, Polnisch und Türkisch. Aber EIGENTLICH sollte ich einfach mal mit meiner Mutter reden, dass ich wieder Chinesisch lerne.

Tuesday, March 17, 2015

"Nathan und seine Kinder" -Mirjam Pressler (oder auch: "Nathan der Weise" und die Blüte die er getrieben hat)

Aus irgendeinem Grund mag ich Neuerzählungen, egal ob ich das Original schon kenne oder nicht. Aber da wir dieses Jahr "Nathan der Weise" in der Schule gelesen haben, ist mir das hier natürlich noch eher aufgefallen, auch wenn ich schon vorher wusste, dass wir es in der Schulbibliothek hatten.

Mirjam Pressler erzählt hier im Grunde genommen die gleiche Geschichte wie Lessing und am anfang dachte ich, dass es eigentlich nichts neues ist. Die Grundbotschaft bleibt ja auch die gleiche. Aber es war dann doch ein bisschen mehr.

Dadurch, dass sie das ganze in Prosaform erzählt (Na, wer liest heutzutage schon freiwillig Theaterstücke? Von mir und anderen komischen Vögeln mal abgesehen), erzählt sie auch enorm viel Hintergrundgeschichte, über die einzelnen Figuren und die historische Zeit, in der die Geschichte spielt, wie es in einem Theaterstück so nicht möglich ist.
Ich hatte sogar den Eindruck, dass sie deutlich gründlicher recherchiert hat als Lessing, so erzählt sie viel über jüdische Gebräuche, über das Leben im Mittelalter, sowohl in Europa als auch im Nahen Osten und die Unterschiede zwischen Juden in diesen beiden Kulturräumen. Wobei sie als Jüdin eben das hinzufügt, wofür Lessing, dem es ja hauptsächlich um die ideelle Vermittlung seiner Ideen ging, keinen größeren Rechercheaufwand betrieben hat. Ab da beginnt es dann spannend zu werden, wie Mirjam Pressler immer wieder kleine Details einwerfen, die zwar nichts am Grundinhalt ändern, aber die Geschichte lebendiger machen.

Thursday, March 05, 2015

Wandern mit Zombies und Mystikern

Die wunderbare Mira (die es übrigens geschafft hat, hier den 500. Kommentar zu schreiben, Applaus!) hat mich beim Wander-Tag gleich mal zurückgetaggt (wie übrigens das ganze restliche getaggte Etablissement, ihr seid wirklich alle unmöglich! Und total unglaublich, virtuelle Umarmungen gefällig?)
Momentan dürft ihr den dritten Wander-TAG innerhalb von weniger als einem Monat lesen.

Wenn du eine einzige Person von den Toten aufwecken könntest, wer wäre das? (Elvis zählt nicht, der lebt bekanntlich noch)

Äh, naja an Elvis hätte ich eh nicht gedacht. Puh, das ist wirklich schwierig. Eine einzige Person? Da würde ich liebe gar niemanden erwecken, ist doch unfair. Ich würde nämlich vermutlich eine ganze Versammlung toter Schriftsteller, inklusive Otfried Preußler (Ich lese gerade wieder Krabat und ich finde es wieder sooo genial!), Astrid Lindgren und Michael Ende erwecken

Wenn du Voodoo könntest, wessen Haare würdest du in ein Stoffpüppchen stopfen um es anschließend ordentlich mit Nadeln zu piesacken?

 Die Jungs aus der Parallelklasse meines Bruders, die mich angeguckt haben und gesagt haben, dass ich "genauso dumm gucke wie [mein wunderbarer Bruder]". Idioten. Wie überlebt mein Bruder das? Brr. Und das Blöde ist, dass ich an der Schule nicht immer so ankomme, wie es nötig wäre, um meinen Bruder zu verteidigen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich auch im echten Leben zu bekloppt bin, um da vernünftig handeln zu können. Wir sind beide exzentrisch, Bücherwürmer, Einzelgänger und extrovertiert, aber leicht abgekapselt von anderen Leuten, die uns eben nicht verstehen. ("wer liest schon freiwillig ein Buch?" ich will ja echt nichts sagen, aber manchmal habe ich das Gefühl... von Idioten umgeben zu sein)

Tuesday, March 03, 2015

"Lola und die einzige Zeugin" -Isabel Abedi

Die "Lola"-Reihe war meine erste richtige Buchreihe, die ich je gelesen habe. Ich war da sieben Jahre alt und meine Tante hat es aus einem Bücherstapel meiner Kusine gefischt und mir nach China geschickt (damals kam ich in die zweite Klasse. Nee, ich wollte eigentlich nicht anfangen Kindheitserinnerungen auszugraben und auszubreiten)
In jedem Band ist das Hauptthema, dass Lola irgendeinen anderen Traumberuf hat, irgendetwas, das sie gerne wäre und dass sich das ganze Buch hindruchzieht, weil sie in dem Buch dann diesen Traumberuf erprobt. Sie war schon Sängerin, Reporterin, Nanny, Köchin, Hochzeitsplanerin, Tierschützerin, Schauspielerin und noch einiges mehr. Ich dachte eigentlich, dass "Fünf Sterne für Lola" langsam der letzte Band ist, vor allem da sich inzwischen die Zeitspanne, in der Isabel Abedi an dieser Reihe schon schreibt und deren Differenz zu der kurzen Zeitspanne, in der die Reihe spielt (im dritten Band gewinnt Brasilien eins zu null gegen Deutschland im WM-Finale und im achten Band, der eigentlich nur etwa anderthalb bis zwei Jahre nach dem dritten spielt, hat die Oberzicke in Lolas Klasse schon ein iPhone. Schwamm drüber, sag ich dazu, aber es fällt eben auf.)
Lola ließ sich für Isabel Abedi eben sehr leicht weiterstricken, deswegen hat sie eben auf diese Kleinigkeiten gepfiffen. Was wirklich nicht schlecht ist, ehrlich. Außerdem hat Lola in diesem Band einen wirklich goldigen Traumberuf. Ratet. *grinst gaaanz breit*