Saturday, October 11, 2014

Wir sind gefährlich! /We are dangerous!

Heute morgen las ich mal wieder die Zeitung (ja, ich lese Zeitung) und las davon, dass Malala Yousafzai jetzt den Friedensnobelpreis bekommen hat -zusammen mit einem indischen Elektroingenieur, der Kinder von der Zwangsarbeit in Textilfabriken befreit. Aber das war noch nicht das für mich interessanteste. Interessant war für mich folgendes:
Mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit habe sie [Laut dem UN Generalsekretät Ban Ki Moon] gezeigt, was Terroristen am meisten fürchteten: "Ein Mädchen mit einem Buch"
Jetzt kann man natürlich drüber streiten, wie das zu verstehen ist. Heißt es, dass die Terroristen nur deshalb nicht ernstzunehmen sind, weil sie vor Mädchen mit Büchern Angst haben und das eine lächerliche Angst ist? Das würde aber sowohl die Terroristen als auch die Mädchen abwerten. Diese Interpretation gefällt mir nicht.
Man betrachte es anders: Sie sollten tatsächlich Angst haben. Lesende Mädchen sind gefährlich. Lesende Mädchen gefährden die Dummheit! Hört mich all an, ihr Mädchen mit Büchern: Wir alle sind gefährlich! Wir sind so gefährlich, dass sogar die Terroristen Angst vor uns haben! Terroristen sind zu doof um mit intelligenten Frauen klarzukommen!* Wir sind gefährlich, weil wir ihnen mit Intelligenz entgegentreten können! Ich finde das ist ein schöner Gedanke :)
*Ziemlich mittelalterlich im Übrigen. Aus genau dem gleichen Grund hat man ja auch die "Hexen" verbrannt

Today I again read the newspaper (yes, I read the newspaper) about Malala Yousafzai getting the Nobel Peace Prize -together with an Indian elektrical engineer, who saves children from forced labour in textile factories. But that wasn't the most interesting. Interesting was for me the following:
With her courage and her determination she showed, [According to the UN General Secretary Ban Ki Moon] what terrorists fear most: "A girl with a book"
You could argue about what this means. Does it mean, that terrorists are just not to be taken seriously, because they're afraid of girls with books and that is a laughable fear? That would degrade the terrorists as well as the girls. I do not like that interpretation.
Consider it different: They should really be afraid. Reading girls are dangerous. Reading Girls endanger brutishness! Listen to me all of you girls with books: We're all dangerous! We're so dangerous that even terrorists fear us! Terrorists are too stupid, to get along with smart women!* We are dangerous, because we can face them with intelligence! I find that a nice thought :)
*Quite mid-age by the way. For the same reason they also burned the "witches"

10 Kommentare -gib deinen Senf dazu:

  1. Naja... heutzutage ist es allerdings so, dass die meisten Jugendliche kaum in Bücher gucken, weil es ihnen zu "uncool" ist. An ihrer Stelle sollten die das aber mal tun, um ihre Rechtschreibung aufzubessern.

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    1. Naja, darum geht's eher nicht, und was du ansprichst, ist ein Luxusproblem... ich bin ja der Meinung, dass Lesen immer gefährlich für jene Menschen ist, die versuchen mit aller Macht andere zu unterdrücken, denn lesende Menschen denken nach und beginnen auch zu protestieren, wenn sie merken, dass etwas schief läuft ;-) und die meisten Kinder auf der Welt (wir in den Industrieländern sind global betrachtet eine winzige Minderheit o.O) sind froh, wenn sie lesen lernen dürfen.

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    2. Am Anfang hab ich Lesen gehasst, doch als meine Eltern mir bei einem Urlaub das Buch "Die Kinder aus Bullerbü" gekauft hatten, änderte sich dies dann allmählich.
      Ich find Lesen cool, man kann dadurch abschalten, in seine Welt tauchen oder eben paar Ideen nebenbei für seine eigenen Geschichten bekommen - außer, es sind Schullektüren. Aber das ist ein anderes Thema. xD
      Jap, das beste Beispiel, was mir dazu einfällt, wäre Afrika.

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    3. Aah... die Kinder von Bullerbü, tolles Buch :)
      Nee, ich war von anfang an eine Leseratte, ganz unbeabsichtigt von meinen Eltern. Meine Mutter hat mir bloß abends vorgelesen, aber dadurch habe ich wohl lesen immer als ganz angenehm und kuschelig empfunden ;-) deshalb bin ich einfach weil immer ein paar Bücher in meinem Regal standen mit guten Büchern, die ich dann auch mochte, ganz ohne Zwang zur Leseratte geworden :-)
      Schullektüren finde ich eigentlich ganz in Ordnung -darüber wollte ich mal posten, hab's dann aber nicht zustande gebracht- nur leider werden die in der Schule immer ganz furchtbar durchgekaut.
      Afrika, Afrika, immer Afrika. Komm mir bloß damit, dass fällt Leuten ein die sich drüber informieren... ;-)
      Nein, ich bin dir eigentlich nicht böse, nur finde ich es doof wenn die Leute ständig mit: "Die armen Kinder in Afrika..." kommen. Ja, stimmt, aber man sollte es echt nicht überreizen. Damit stigmatisiert man die doch nur. Es gibt einfach sehr viele Länder (weltweit!) oder auch einzelne Gemeinschaften in denen Mädchen nicht als gleichberechtigt gesehen werden und dann nicht zur Schule gehen dürfen, weil das in Wahrheit den Männern einfach Suspekt ist. Und das war ja eigentlich der Punkt...

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  2. Wer liest erweitert seinen Horizont.
    Es ist kein Zufall das die Sklavenbefreier des vorigen Jahrhunderts (eingentlich jetzt schon des vor vorigen) und die Gleichberechtigungsbewegungen des vorigen Jahrhunderts immer wieder auf den Bau von Schulen und offenen zugang zum Bildungswesen für alle drängten. Wer über ein Mindestmaß an Bildung verfügt, in der Lage ist zu Lesen und Schreiben, lässt sich schwerer unterdrücken. Wem dies nicht gegeben/erlaubt ist, der muss sich zum einen auf das Verlassen was ihm gesagt wird und hat zum anderen keine Möglichkeit sich auszudrücken.
    Darum wollen (Muslimische)radikale Frauen den Zugang zu Bildung verwehren.
    Wer ungebildet ist bleibt unsichtbar, ist ein besserer Sklave.
    Bücher, Sprache, freies Denken, sind der Feind der Mächtigen.

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    1. Darüber habe ich auch schon gedacht, jep, aber es war einfach dieses Zitat in das ich mich verliebt habe ;-)

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    2. Ja, es ist ein großartiges Zitat.
      Und eine unglaublich mutige Entscheidung von ihr, ihr Leben dafür zu Riskieren.

      Was mich richtig Aufregte war ein Kommentar in unserer Tageszeitung in der man mokierte das Nobelpreiskomitee hätte doch ein "wichtigeres" politisches Signal setzen sollen.
      Als wäre der Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen und Kindern zu unbedeutend...

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    3. Hat eure Tageszeitung das echt als "unwichtig" bezeichnet? Was war das für eine Zeitung?

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    4. GZ / Südwestpresse, ich weiß aber nicht wer den diesbezüglichen Kommentarblock verfasst hat.
      Fand es jedoch extrem ärgerlich das man soetwas überhaupt druckt.

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    5. Wir haben auch Südwestpresse, aber ich lese nicht jede Ausgabe von vorne bis hinten, sondern picke mir immer das ein oder andere raus, weil ich morgens nicht die Zeit dazu habe.

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