Wednesday, June 17, 2015

Ein Bücherstöckchen

Lena hat vor Ewigkeiten diesen Tag ins Leben gerufen, mit dem Lioba mich dann... auch vor einer ganzen Ewigkeit bedacht hat. Also wende ich mich  einmal einem Haufen Fragen zu, die sich alle, nachdem ich seit Ewigkeiten nur noch Wander-TAGs bearbeite ums Lesen drehen.Und ich habe gut Lust die Dinger endlich wieder Stöckchen zu nennen, wie es sich gehört :D

1. Wie erfährst du von Büchern, die du lesen möchtest?

Früher habe ich einfach in der Bibliothek gestöbert und die Bücher mitgenommen, die mich interessiert haben. Oder meine Mutter hat mir einfach irgendwelche Bücher mitgebracht, aber die haben mir meistens nicht so gefallen, weil ich schon immer fantastisches mochte und meine Mutter aber der Meinung ist, dass fantatiches einem den Blick auf die Realität verstellt und mir dann Bücher wie "Lena auf Klassenreise" itgebracht hat, die an- und für sich gar nicht schlecht sind, aber nicht sehr weit über das hinauweisen, was sie erzählen und einen so gar nicht verzaubern (Selbst ein realistisches Buch könnte einen nämlich verzaubern, wenn es sich Mühe gäbe).
Inzwischen nehme ich immer noch manchmal Bücher mit, die mir in der Bib einfach ins Auge fallen, aber ich bestelle auch sehr oft Bücher in der Buchhandlung, einfach, weil man die Bücher weder in der Bibliothek noch direkt in der Buchhandlung noch findet. Manchmal fällt mir auch in der Buchhandlung ein Buch ins Auge, dann kommt es darauf an, wie sorgsam ich zuletzt mit meinem Taschengeld umgegangen bin...


2. Wie bist du zum Lesen gekommen?

Kommt drauf an, wie man es sieht. In der zweiten Klasse konnte ich schon gut lesen und habe schon sehr viel Zeit damit verbracht. Richtig VIEL wurde es erst als ich von China nach Deutschland gezogen bin. Warum? Ganz einfach, ich war anders als die anderen und total unanpassungsfähig, konnte viel zu gut Englisch für deren Geschmmack (chinesisch konnte ich auch sehr bald danach nicht mehr) und nur ganz wenige Leute wollten überhaupt noch etwas mit mir zu tun haben.Da ist es doch naheliegend, wenn Bücher deine besten Freunde werden, oder? Ich war halt nicht in der Lage, wirklich selber, von mir aus, etwas mit anderen Kindern auszumachen (mit wem eigentlich?) und meine Mutter hat es ständig von mir gefordert, aber nie etwas für mich organisiert, also saß ich meistens den ganzen Tag in meinem Zimmer, sollte eigentlich Hausaufgaben machen und habe aber am Ende Fotoshootings mit meinen Barbies veranstaltet (Ich WEISS dass das bekloppt ist). Oder kleine, erste Geschichten gekritzelt. Manchmal lag ich auch einfach stundenlang auf meinem Bett oder Sofa und habe vor mich hin geträumt, einfach weil ich nicht raus durfte, bevor ich fertig mit meinen Hausaufgaben war (die dann vielleicht um sechs abends noch mit Müh und Not fertig gemacht wurden) und wenn man sich erst einmal an dieses Zimmerdasein gewöhnt hat und feststellt, dass man ein paar Bücher besitzt, wird es gar nicht mehr so schlimm und man beginnt sehr, sehr viel zu lesen. Ich habe damals und heute eigentlich irgendwann nur noch gelesen, gelesen und gelesen, alles was mir in die Finger kam, in Freistunden, Pausen, vor dem Mittagessen, nach dem Mittagessen... wenn ich nicht in der Mittagsbetreuung meiner Ganztagesschule und meinen Hobbies (Klavier, Ballet) drin gewesen wäre, hätte ich absolut gar kein Leben außerhalb meines Zimmers und abseits meiner Bücher mehr gehabt...

3. Hat sich dein Buchgeschmack mit dem Alter verändert?

Ich hatte seit meinem ersten Lieblingsbuch (das Land der 36000 Wünsche. Schon zigmal auf diesem Blog erwähnt) immer einer Tendenz zum fantastischen. Nur dass es halt mit fantastischen Kinderbüchern angefangen hat. Mit Michael Ende und Astrid Lindgren. Und sich mit Cornelia Funke fortgesetzt hat und daneben auch mit einer Menge anderer Autoren. Dann habe ich mein erstes Buch von Tad Williams gelesen, habe in den darauffolgenden zwei Jahren alle drei großen Reihen (Das Geheimnis der großen Schwerter/Der Drachenbeinthron, Otherland und Shadowmarch) die er geschrieben hat gelesen, dann ein Buch von ihm auf englisch und inzwischen bin ich bei "A Song of Ice and Fire" von George R.R. Martin. Wobei ich sagen muss, dass Astrid Lindgren nach all den Jahren immer noch schöner ist als GRRM. Außerdem mag ich auch jede Menge andere Sachen, mit Humor der einen oder anderen Art (Zamonienromane absurd und Percy Jackson amerikanisch) und... wie soll ich denn bitteschön alles aufzählen? Aber insgesamt lese ich mehr ironisches als früher und auch mehr Science Fiction als vorher. Auch düstere Sachen, obwohl ich manche Bücher nicht leiden kann, wenn sie zu düster werden.

4. Kaufst du regelmäßig Bücher?

Nicht regelmäßig in dem Sinne, dass ich einen festen Termin habe, an dem ich dann meine Bücher kaufe, aber ja, ich gehe regelmäßig in eine Buchhandlung, zum bestellen, stöbern und manchmal auch, um direkt ein Buch mitzunehmen ;-)

5. Wie reagierst du, wenn du das Ende eines Buches überhaupt nicht ausstehen kannst?

Als ich klein war, hat mich ein Buch manchmal so richtig mitgenommen und tage- bis wochenlang beschäftigt (oder auch jahrelang) da habe ich in Gedanken eigentlich ganze Fanfictions erschaffen, bevor ich gelernt habe, das Ende eines Buches so zu akzeptieren wie es ist und es zu kritisieren, aber so absurde Änderungsideen wie früher kommen auch nicht mehr heraus, weil ich besser verstehe, warum ein Buch so endet, wie es endet. Oder Figuren. Die haben mich auch immer aufgeregt, ich war als kleines Mädchen immer der festen Überzeugung, dass ich viel besser gehandelt hätte als der Protagonist und mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich in die Geschichte hineingehen könnte, und den Protagonisten überzeugen könnte, die Dinge anders zu machen, damit die Geschichte so ausgeht, wie ich sie haben will. Wie gesagt, Geschichten haben mich noch weit mehr mitgerissen, als ich kleiner war. Da hatte ich noch viel stärker das Bedürfnis, die Protagonisten zu schütteln als heute. Heute ich ziemlich entspannt und kann auch mal Abstand nehmen und die Figuren einfach nur als Figuen betrachten.

6. Liest du manchmal schon die letzte Seite, um zu sehen, ob es ein gutes Ende gibt?

Mit elf habe ich das, glaube ich, zum ersten Mal gemacht und sehr häufig gespickt, den letzen Satz gelesen, den letzten Absatz, dabei immer gepokert, dass ich möglichst nur Sätze lese, die die Spannung erträglicher machen und nicht zu viel verraten und dann mit zwölf, dreizehn, vierzehn sehr häufig. In den letzen Jahren mache ich das nicht mehr so oft, das letzte Mal war, als ich "Helden des Olymp -der verschwundene Halbgott" gelesen habe, dieses "Das bedeutet, dass Percy im anderen Camp ist", das mich total gereizt hat, weil ich dadurch unbedingt den nächsten Band lesen musste (dieser Satz ist der perfekte Trigger für alle Percy Jackson Fans einfach immer weiterzulesen).
Aber, um auf das "gute Ende" einzugehen, darum mache ich mir gar keine Gedanken, das Ende sei gut oder schlecht, mir macht es vor allem etwas aus, ob das Ende vielleicht endlich die Geschichte und die ganzen Rätsel auflöst. Mache ich aber wirklich nur bei nervenzerrenden, spannenden oder ziemlich kryptish verfassten Büchern und wenn Rick Riordan ein ganzen Buch lang um den heißen Brei rumredet (was zum Teufel will ich mit Jason? Ich will mehr PERCY!)

7. Hast du manchmal Leseflauten?

Ich habe so ein System, dass ich "Leseebbe und Schreibflut" nenne, weil ich diese Kreativen Phasen habe, in denen ich ständig am machen bin und einer Idee nach der anderen hinterherjage und immer mehr neue Projekte anfange und die super ist, um mit Schreibprojekten weiterzukommen, Blogdesigns fertigzustellen und Bilder zu zeichnen. Da bin ich hibbelig, zappelig und total produktiv, aber überhaupt nicht aufnahmefähig und kann mich eigentlich kaum beruhigen, um mal ein Buch aufzuschlagen und in Ruhe zu lesen. Das ist auch die Zeit, in der ich am meisten blogge.
Die anderen Phase ist die Leseebbe, da bin ich unkreativ wie ein Fisch und es geht gar nichts von dem voran, was ich plane. Dafür kann ich in dieser Zeit Bücher im Rekordtempo in mich reinstopfen und bin dann zwar auch unter Hochspannung, aber es kommt nichts heraus sondern es geht nur alles rein. Da kann ich zehn Bücher auf einmal lesen, einen Herr der Ringe Filmmarathon zu Hause veranstalten und bis tief in die Nacht meine Zeit auf YouTube verplempern, aber wenn mir jemande sagt: "So, jetzt schreib mal was", dann geht einfach gar nichts. Tabula Rasa, null.
Ja, ich habe Leseflauten, auch wenn sie bei mir... ein wenig anders sind.

Wie sehen bei euch eigentlich Leseflauten aus? Habt ihr auch Wechsel zwischen Kreativphasen und Konsumphasen oder sieht das bei euch anders aus? Und, Hand aufs Herz: Habt ihr auch schon mal gespickt, wie ein Buch ausgeht? :D


eure Mulan

6 Kommentare -gib deinen Senf dazu:

  1. Oha, so viele Links im ersten Satz.^^
    Ich lese immer zuerst den letzten Satz eined Buches, bevor ich neu damit anfange. Und jaa, ehrlich gesagt hab' ich schonmal gespickt. Also die letzten paar Seiten :p
    Klar habe ich auch mal Leseflauten. Bei einem langen SuB schiebe ich die langweiligen Bücher vor, sodass ich noch Motivation habe, sie zu lesen, da ich mich schon auf die guten freue. Dann kommt es schon mal vor, dass ich keine Lust und keine Motivation mehr habe bzw. tausende andere Bücher anfange, was es im Endeffekt dann doch nicht bringt, weil ich alles durcheinanderwurschtle. :D
    Manchmal habe ich dann plötzlich einen Motivationsschub, oder möchte selber schreiben - aber dann habe ich wieder keine Lust mehr, wenn ich Zeit hab' :/
    Du kommst aus China? *-* Warum seid ihr denn umgezogen?
    Kannst du auch chinesisch schreiben?
    LG always x ♥

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    1. Ja, das ergibt sich eben manchmal, wenn man ein bisschen Credits geben will :D

      Hmm, die letzten paar Seiten wäre mir auch schon fast zu viel... ein paar Absätze habe ich manchmal "rumgepokert" und es aber nicht wirklich drauf angelegt zu viel zu wissen, auch wenn ich total angespannt war und das mich ja nur durstiger gemacht hat, oder nur den Epilog gelesen, weil der ja meistens erst Sinn ergibt, wenn man auch das richtige Ende kennt...

      Durcheinanderwurschteln? Mädel, du hast dich hiermit offiziell selbst als Süddeutsche enttarnt ;-)
      Ich schiebe das Lesen von Büchern nicht vor mir her. Ist ja schließlich keine Pflicht, sie zu lesen, ich mache das gerne :-) und wenn ich gerade nicht lese -was ist denn so schlimm daran?

      Man hat nicht "keine Zeit" man hat nur Angst davor, sie sich zu nehmen...
      Der Umzug war schon vor... acht Jahren. Ja, lange her. Aber ich erinnere mich ziemlich gut dran. Und genau genommen bin ich ja Deutsche, hat also schon Sinn ergeben, dass ich umgezogen bin ;-). Chinesisch kann ich leider nicht mehr, auch wenn ich es man fließend konnte. Inzwischen kann ich noch meinen Namen schreiben und noch so ein paar wichtige Sachen wie "Hallo" "Auf Wiedersehen" "Meine Damen und Herren" und "Toilette".

      Zai jian ;-) deine Mulan

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    2. Ich habe keine "Angst", mir die Zeit zu nehmen, zu schreiben....^^ aber in der Mathestunde kann man wohl schlecht schreiben?! Auch wenn einem wichtige Sachen so wichtig sein sollen, dass man andere Sachen dafür ausfallen lässt. Für mein Leben würde ich das tun... aber beim anderen Fall oute ich mich.
      Ist ja schön, dass du das Wort "Toilette" so lange im Gedächtnis behalten hast.. :D Ich kenne nur "Nihaou", oder wie auch immer man das schreibt...^^
      Vermisst du deine Freunde nicht? Du hast ja immerhin knapp sechs Jahre in China verbracht...*-*
      LG always x

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    3. Stimmt, das ist fürwahr ein fürchterliches Problem... Mathemonster sind leider trotz allem viel zu wichtig um ignoriert zu werden...

      Ni Hao schreibt man das :-)

      Ich weiß, für Leute die ihr ganzes Leben lang an einem Ort verbracht haben und den nie für längere Zeit dauerhaft verlassen haben klingt das verrückt... Aber man vergisst ein altes Leben unglaublich schnell und man hat mit alten Freunden, wenn man zu lange nichts mehr mit ihnen zu tun hatte, irgendwann keine gemeinsame Schnittstelle mehr. Eine Freundschaft lebt von gemeinsam erlebten Erinnerungen und wenn die ausbleiben... Für immer kann ich es auch nicht bereuen, dass ich damals die Mail meiner Freunde mit all ihren gesammelten Emailadressen nicht gespeichert und dann verloren habe weil web.de nach zwei Wochen löscht.

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  2. Ohhh, das erinnert mich teilweise so sehr an das kleine Märchenkind von damals ... Mama erinnert mich manchmal noch daran, dass ich in einer einsamen Phase mal "Ich hab' ja nur meine Bücher!" geschluchzt habe, weil die mich tatsächlich seit der ersten Klasse sehr zuverlässig und treu begleitet haben und gern mal Menschenersatz spielen mussten. Und ich habe auch so Kreativphasen, in denen ich furchtbar viel schreibe, fotografiere, all sowas, und Lesezeiten, in denen ich andauernd in die Bibliothek renne oder riesige Buch-Bestellungen aufgebe.
    Aber das mit dem letzten Satz lesen habe ich noch nie verstanden ... ich käme mir so vor, als würde ich schummeln. :D

    Alles Liebe,
    Mara

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    1. Tja, manchmal sprechen solche Dinge nicht gerade sehr wie die Menschen... auch wenn ich inzwischen glaube ich, doch ein paar Menschen gefunden habe, mit denen ich gut auskomme :D

      Seelenverwandt! Abgesehen von dem Fotographieren, seit der bekloppten Barbieshootingphase und abgesehen von ein paar Handyfotos bin ich eigentlich nie weit gekommen...
      Riesige Buchbestellungen sind ja so eine Sache. Die sind dann immer so peinlich -weil es so viel ist und man nicht weiß, ob es denn wirklich einen Unterschied macht, ob ich drei Tage hintereinander hingehe oder fünf Bücher auf einmal bestelle :D

      Das mit den letzten Satz is ja auch schummeln! Aber man tut es manchmal trotzdem :P

      lg Mulan

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