Monday, April 06, 2015

Ein paar Kritzelfragen

Eine kleine Ansammlung von Fragen, die ich bei Hekabe gefunden habe und für euch (und für mich selbst) beantworte. Da es (auch) ums Schreiben geht und ich finde, dass dieses Thema auf meinem Blog mehr in den Mittelpunkt gerückt werden sollte.

Was ist deine selbstgeschriebene Lieblingsszene?

Hmm, also wenn ihr mich fragt, ist es eine Szene aus meiner mehr schlecht als recht verfassten und überarbeitungsbedürftigen Kurzdystopie "Der Junge mit den grünen Augen" (Was macht man mit einem Protagonisten, der nix besonderes ist? Man färbt die Augen grün. xD). Insgesamt habe ich sehr viele Schwächen an de Text bemerkt, als ich die Blätter neulich wieder hervorgekamt hatte, aber die eine Szene, in der eine Szene gleich zweimal ausunterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, mag ich besonders, weil da die beiden Hauptfiguren zum ersten Mal aufeinandertreffen und beide total aus ihrer Bahn geworfen werden. Allerdings finde ich inzwischen wie gesagt, dass die Geschichte wieder ein bisschen Überarbeitungsbedarf hat, denn sie stammt aus einer Zeit in der ich einfach ungeplant drauflos geschrieben habe und manches im Schreibstil kommt mir inzwischen ziemlich schwülstig vor.


Was tust du, wenn du beim Schreiben einfach mal nicht mehr weiter weißt?

Ein Buch lesen, oder plotten, egal ob an der gleichen Geschichte oder irgendwas anderem. Also lenke ich mich entweder ab, oder suche nach Fehlern im Plot ^^
Manchmal fange ich auch einfach an, an einer anderen Stelle weiterzuschreiben, also an einem Punkt, an dem ich früher aufgehört habe, oder einfach sehr viel später in der Geschichte, an einer Stelle, an der ich schon weiß, was passieren soll. Und fülle die Lücke dann erst später, wenn ich anderswo nicht mehr weiterweiß wieder auf.

Was ist deine Lieblingsfigur aus einer deiner eigenen Geschichten?

Ich habe da so einige :D eigentlich Maika aus "Reise nach Gartenland" in dem ich aber leider ziemlich in der Geschichte drin steckengeblieben bin, sodass ich wahrscheinlich nicht weiterschreiben werde. Ich denke bei ihr immer an einen emotionalen Elephanten, der nicht besonders sanft und taktvoll mit Gefühlen und anderen Dingen umgeht. Ich wollte, dass ausnahmsweise mal ein Mädchen und nicht ein Junge der Chaot in der Geschichte ist (Dafür kommen in der Geschichte so gut wie keine Jungen vor, ups :P) Leider zeigt sich diese Eigenschaft dann doch nicht so gut und ich habe es nicht geschafft, sie weiter auszuprägen weswegen ich nicht ganz zufrieden bin mit dem, was ich über sie geschrieben habe. Also schreibe ich gerade was anderes.

Hast du bestimmte “Schreibrituale”, also beispielsweise vorher einen Tee kochen oder so, und wenn ja, welche?

Nee. Wobei, zum Schreiben gehe ich gerne irgendwohin, wo ich nur mit meinem Notizbuch und Stift alleine bin und von nichts abgelenkt werde. Ich schaffe es selten, in Anwesenheit meines PCs zu schreiben. In Cafés kann ich zum Beispiel gut schreiben, oder in der Schulmensa. Manchmal geht's auch mitten auf dem Feld oder im Garten, aber nicht, wenn es zu heiß ist.

Was war deine abgedrehteste Schreiberfahrung?

Abgedrehte Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht, nur durchgeknalltes Zeug geschrieben, bei dem ich im nachhinein mich frage, wie ich auf so einen dämlichen Unsinn komme. Also bislang ist das abgedrehteste was mir passiert, das Zeugs zu lesen, das ich vor zwei oder drei Jahren geschrieben habe.

Welche fiktive Figur würdest du gerne mal verkloppen?

Ich steh ehrlich gesagt nicht so auf Verkloppen. Aber, wenn ich ehrlich bin, würde ich gerne mal alle Mitglieder des Jedirats aus "Star Wars Episode III -Die Rache der Sith" verkloppen. Wenn die taktvoller mit Anakin umgegangen wären, hätte er nicht den Jediorden vernichten können und es würde keinen Darth Vader geben... was natürlich Pfusch für die Logik der gesamten Saga wäre. Aber ich schreibe gerade Nerdquatsch, der euch nicht interessiert, oder?

Mit welchen Autoren würdest du gerne einmal Essen gehen?

Schwierig. Ich vermute, dass egal wer total anders wäre als ich mir die Person vorgestellt hatte und das Essen eine ziemliche Überraschung sein würde. Ich stelle mir zum Beispiel vor, dass es für J.K. Rowling ziemlich unangenehm sein dürfte, wenn ich mit ihr über den ganzen Harry-Potter-Fandom-Kram reden würde. Aber, ich kann es nicht wissen. Und vor einem Treffen mit Cornelia Funke hätte ich wahnsinnig Schiss. Wegen ihr bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, zu schreiben. Und ich wüsste nicht, wie ich ein Gespräch anfangen sollte.

Was ist das Letzte, was du vor dem einschlafen tust?

Lesen. Früher das immer und einzige. Inzwischen hocke ich manchmal auch am PC oder schreibe. Und manchmal bin ich wegen der Schule schon total schlapp und habe noch gar nichts erledigt, das erledigt werden müsste und muss Hausaufgaben machen. Meist selbstverschuldet, weil ich tagsüber schon gelesen oder gebloggt habe.

Für wie viel Geld würdest du mit dem Schreiben aufhören?

Ich kann keine exakte Summe nennen, aber ich sage es einmal so: Für das Geld, mit dem ich mich für den Rest meines Lebens auf einen Landsitz voller Bücher zurückziehen könnte und mich nur damit beschäftigen könnte. Oder wenn es mir eine Weltreise ermöglicht.
Ich würde aber viel eher mit dem Schreiben aufhören, wenn man mir eine Möglichkeit gibt, selber Dinge zu erleben, die sonst nur in Büchern passieren. Wenn ich dafür eine Zauberzunge aus Tintenherz hätte, gerne. Wenn ich dafür mir meine eigene magische Welt in der Realität statt nur in meinen Gedanken erschaffen könnte, gerne. Wenn ich dafür ein richtiges Laserschwert kriege.
Ihr seht, es ist ganz einfach, mich vom Schreiben abzuhalten :D

Hast du schon einmal bei der Lektüre eines Buches geweint und wenn ja, welches und bei welcher Szene?

Da gibt's inzwischen viele, aber das erste, an das ich mich erinnere war "Momo" von Michael Ende. Da gibt es so eine Passage,  in der Momo quasi mit Nichts dasteht, ganz ohne Freunde, ganz ohne Schildkröte, nur noch die Zeit...

Was ist dein Lieblingsessen?

Lieblings dies, Lieblings das. Das ist genau wie die Frage nach dem Lieblingsbuch. Aber ich bin eigentlich ganz leicht zufriedenzustellen. Ein gegrilltes Käse-Schinken-Toast ist der Himmel. Oder, wenn man ins "exotische" abdriftet, eine Südtiroler Pressknödelsuppe. Ansonsten, selbstgemachte Pommes (normale sind viel zu fettig), Pizza Margerita, Schnitzel, Butterbrot.  Wenn das Gericht an sich gut gemacht ist, dann mag ich es.

Kaffee oder Tee?

Kaffee macht mich ziemlich high und auch wenn Kaffe praktisch sein kann, wenn man einen Wachmacher braucht, finde ich warmen Tee mit Zucker und Milch eigentlich besser.

Welches Buch hat dich bisher am meisten enttäuscht?

"Odessa und die geheime Welt der Bücher". Aber wie man so schön sagt: "Enttäuschungen sind das Ergebnis zu hoher Erwartungen". Ich habe mich wochenlang nur wegen des Covers und des Klappentextes verrückt gemacht (ich war damals zwölf, okay?) und wollte es immer wieder kaufen und habe mir immer farbiger in meinem Kopf vorgestellt, wie dieses Buch sein würde. So farbig, dass ich eine eigene Geschichte daraus machen könnte. Das Buch an sich war dann nicht einmal schlecht, nur völlig anders als ich es erwartet hatte und seitdem mache ich mir kein Bild mehr vom Inhalt eines Buches, wenn ich es noch nicht gelesen habe. Es ist garantiert anders.

Und welches Buch wolltest du schon immer mal lesen, kommst aber nicht so richtig dazu?

Da hast du mich aber ins Grübeln gebracht. Es gibt kaum Bücher, bei denen ich das Vorhaben, sie zu lesen nicht irgendwann in die Tat umsetze. Davon abgesehen habe ich natürlich trotzdem sehr viele Bücher, die ich gerne lesen würde. Nur, das "schon immer" passt leider nicht rein.

Liest du lieber, beziehungsweise häufiger eBooks oder gedruckte Bücher?

Gedrucktes. Ich habe eigentlich keinen richtigen eReader und auch nicht vor, mir einen anzuschaffen und ich lese zwar durchaus das eine oder andere eBook wenn ich es als nicht verschlüsseltes ePub bekommen kann. Ansonsten bevorzuge ich eben gedruckte Bücher, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes handfester sind. Prinzipiell habe ich nicht einmal etwas gegen eBooks, aber ich finde, dass es über sie immer noch ungeklärte Rechtsfragen gibt, z.B. ob einem ein eBook, wenn man es bezahlt, wirklich gehört, oder ob man nur eine Leseerlaubnis erwirbt. Und das mit der Leseerlaubnis ist meiner Meinung nach einfach Quatsch. Man könnte einfach einen Kopierschutz für eBook machen, die Bücher dann normal verkaufen (sodass sie dem Käufer wirklich gehören) und den ganzen Quatsch mit Lizenzen lassen. Klar würden immer noch irgendwelche respektlosen Idioten kommen und gegen das Urheberrecht verstoßen, das Zeug kopieren, etc., aber ich finde man muss jetzt keinen Riesenaufwand deswegen betreiben. Das sage ich als Möchtegernautorin, ja? Die von Urheberrechtsverletzungen auch betroffen sein könnte, aber lieber leben und leben lassen will, als ihre Leser mit Lizenzen abzuspeisen.

Plottwist: Wie würdest du dich oder dein Team während einer Zombieapokalypse verteidigen?

Gegenfrage: Ersetzt die Zombieapokalypsenfrage künftig die Inselfrage? Ich habe diese Frage erst kürzlich schon einmal beantwortet. Aber warum nicht nochmal? Also: Maschendrahtzaun ist das Geheimnis. Gaaanz viel Maschendrahtzaun. Kreiere einen großen Bereich, der von (hohen!) Maschendrahtzäunen umgeben ist, mit möglichs viel Bewegungsfreiheit und mit vielen Gebäuden, die möglichst wenige Eingänge haben und die du mit Brücken vebindest (Möglichst wenig Möglichkeiten für die Zombies einzudringen, trotzdem im inneren gut vernetzt). Organisiere Wachposten entlang des Zauns und bewaffne dich und dein Team. Baue innerhalb des Zauns Getreide, Obst und Gemüse an. Lege Vorräte an. Auf diese Weise könntest du relativ unbeschadet eine Zombieapokalypse überstehen. In einem Film würde alles schiefgehen, was nur schiefgehen kann, weil der Zuschauer ja sehen will, wie du gegen Zombies kämpfst, in der Realität würde es nur einige Zwischenfälle geben und dann ist alles schon vorbei.

Überhaupt: Fantasy, Sci-Fi oder Reallife?

Fantasy ist mein LEBEN! Merkt euch das. Etwa ein Viertel meiner Bücher sind Fantasyromane und die meisten meiner Schreibprojekte auch. Ich bin die reinste Weltenbastlerin und kreiere ständig neue Welten in meinem Kopf (nur in ein paar bleibe ich allerdings dauerhaft)

Was ist deine häufigste Procrastination-Methode?

Prokrastination schreibt man im deutschen mit k. Meine häufigste Methode ist es, ein Buch aufzuschlagen und darin zu verschwinden, und so zu tun, als existierte die Welt nicht mehr.

Und procrastinatest du gerade und wovor?

Denglisch nervt, weißt du? Aber, um deine Frage zu beantworten: Ich sollte eigentlich ins Bett gehen, statt Fragen zu beantworten, die ich sowieso erst Morgen beantworten kann.

Gummibärchen oder Schokolade?

Schokolade. Schokolade geht immer, Gummibärchen nicht, außerdem hat Schokolade im Gegensatz zu Gummibärchen auch ein paar natürlich Geschmacksstoffe. Schokolade ist viel cremiger und um alles noch zu toppen ist dunkle Schokolade gut für's Herz ;-)

Abgesehen von Gummibärchen und sonstigen Speisen war das dann doch mal erfrischend viel über's Schreiben :D

eure tastenstürmende Mulan

6 Kommentare -gib deinen Senf dazu:

  1. Du schreibst deine Geschichte noch oldschool mit Stift und Papier? Oh Gott ... das letzte Mal, wo ich sowas gemacht habe, war für mein Geschichtenheft in der Grundschule. xD

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    1. Oldschool finde ich sogar einfacher :D
      Meistens kritzele ich meine Geschichten nebenbei, im Auto oder in der Schule, auf jeden Fall unterwegs und da kann ich nicht mit dem Laptop daher kommen...

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    2. Hm, ich bin einfach an die Tastatur gewöhnt. Ich hab auch mal probiert, auf Papier zu schreiben - aber das ist viiiel zu anstrengend für mich, selbst dafür bin ich scheinbar zu faul. :D

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    3. Ich kann nicht mit zehn Fingern tippen, vielleicht macht es für mich deshalb keinen Unterschied :-)
      Oder es ist einfach eine Sache der Übung. Ich schreibe eben sehr viel per Hand.
      Wenn das tippseln sich aber für dich richtig anfühlt ist ja alles gut :-)

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  2. DAS fand ich interessant. Nachdem ich mit Lateinien nun erst mal durch bin, fange ich jetzt an, mich hier durch zu scrollen und schäme mich gerade, dass ich nichts Ordentliches zustande bekomme in letzter Zeit. Ich sollte eigentlich genau jetzt etwas schreibseln, wo ich so inspiriert bin. Das tu' ich mal. Fantasy!

    Alles Liebe und danke für diesen Post, den ich einfach irgendwie mag,
    Märchenkind (welches jetzt Märchen schreiben geht)

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    1. Du hast Lateinien ganz durch? :D
      Ich schaffe es inzwischen teils nicht einmal bei meinen Lieblingsblogs regelmäßig ein paar ältere Posts zu durchstöbern... wisse das ich jetzt nicht mehr aufhören kann dich zu mögen, denn davon ist mir von niemand anderem etwas bekannt :-)
      Vielleicht sollte ich wieder meine Leseliste ausmisten, da hat sich einiges angesammelt, das mich inzwischen nervt... und dann das was übrig bleibt und mich wirklich interessiert lesen...

      Danke, ich lauf schon rötlich an. Wenn ich tatsächlich jemanden zum Märchen weiterschreiben bringen kann, dann macht das mich sehr glücklich :-)

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