Wednesday, April 22, 2015

"Magisterium -der Weg ins Labyrinth" -Cassandra Clare und Holly Black (Nicht ganz Harry Potter, aber fast)

Ich wurde im Vorfeld schon von einigen Leuten gewarnt, dieses Buch sei ein billiger Abklatsch von Harry Potter, beziehungsweise eigentlich Cassandra und Holly's Fanfiction, die sie nun einem Verlag untergejubelt haben. Man kann sicherlich drüber streiten, aber es ist nicht so eindeutig, wie man denkt.

In der Hälfte der Rezensionen fanden die Leute das Cover und den Goldrand so toll. Und ich muss sagen, das Ambigramm als Titel (Ambigramm heißt, dass man das Wort auch auf den Kopf stellen und trotzdem lesen kann) irgendwie nett ist, mehr aber nicht. Liegt allerdings daran, dass ich das Buch von einem Bekannten ausgeliehen habe, dessen Bücher allesamt schon nach ein paar Stunden lesen bereits zerfleddert sind und ich auch nicht in der Buchhandlung stand um den nagelneuen Goldrand zu bestaunen. Aber schöne Cover finde ich irgendwie nicht mehr so beeindrucken wie früher. Ds einzige, was sie sagen ist, dass der Verlag sich Mühe gibt, das Buch zu verkaufen ;-)

Stilistisch fand ich dieses Buch schon mal nicht sooo überragend. Könnte auch an der Übersetzung liegen, wer weiß, aber mich hat es schon mal nicht beeindruckt. Wenn man es schon die ganze Zeit mit Harry Potter vergleicht: Es ist viel steriler und zum einen benutzt es eine simplere Sprache und kam mir eher durchschnittlich und etwas unsicher vor.


Inhaltlich geht es um Callum Hunt, einen zwölfjährigen Magierjungen, dessen Vater Alastair (das war schon ZIEMLICH verstörend, denn Alastair wird für mich immer gleichbedeutend mit Mad-Eye Moody veknüpft sein...) und deswegen versucht er Callum auf jegliche Weise davon abzuhalten, Magie zu erlernen. Allerdings nicht ganz im Onkel-Vernon-Style, sondern indem er ihm erklärt, das Magie böseböseböse ist und ihm einschärft, niemals eine magische Prüfung zu bestehen, sondern möglichst durchzufallen, weil er sonst in die Zauberschule geschickt wird, wo sie angeblich schlimme Sachen mit ihm anstellen. Schließlich wird er dann gerade weil er so absurd schlecht abschneidet, in das Magisterium aufgenommen.
Warum das Magisterium dann so schlecht ein soll wird aber nie zufriedenstellend erklärt. Am Ende finde ich die Schule zwar auch seltsam, aber es passieren sogar weniger Unfälle als in Hogwarts, und wer Harry Potter kennt, wird wissen, dass das was heißt ;-)

Und ganz originell ist die Idee eines Magierinternats dann zwar doch nicht, man kann eben in der Hinsicht (und bei Internatsgeschichten im allgemeinen) eben nicht mehr das Rad neu erfinden, aber es ist eindeutig nicht bloß 1:1 von Hogwarts übernommen. Liegt unter der Erde. Stinknormale Schulbusse. Unterirdische Flüsse. Aber das Grundkonzept ist eben das gleiche. Ein Buchhändler, mit dem ich drüber geredet habe, hat gemeint, das beste daran sei, dass das Magisterium nur fünf Schujahre hat. Ich habe allerdings so meine Zweifel. Darauf komme ich aber noch.

Die Konstellation zweier Jungs mit einem Mädchen, das unbedingt in allem die Beste sein will, ist auch nicht neu, wird aber nicht einfach so übernommen. Die drei Charakter haben alle völlig andere familiäre Hintergrund und Persönlichkeiten als Harry, Hermine und Ron und ihre Kameradschaft ist auch nicht aus Freundschaft und erstmal aus reinem Zwang, weil sie Zimmergenossen (Fall es euch was sagt: Ich könnte zu Percy, Annabeth und Grover aus Percy Jackson viel eher dem Harry Potter Trio zuordnen). Tamara zum Beispiel gehört zur alten Magierelite. Außerdem sieht's momentan so aus, dass Aaron, der elternlose Außerwählte ist und nicht Callum. Was ich durchaus mal interessant finde: der beste Freund, der in den meisten Jugendbüchern klassischerweise der Kumpel ist, der irgendwie immer nur halbwichtig ist, manchmal sogar stirbt, ist hier im Fokus des ganzen Geschehens... und dadurch wird die ganze Sache mit dem Außerwählten wunderbarerweise in den Hintergrund gerückt (Also, sie reden im Buch davon, dass er ein Chaosmagier ist und der einzige, der den bösen Overlord besiegen kann, aber, der Außerwählte eben, klassisches Fantasyklischee ;-))
Aber wo wir schon beim bösen Overlord sind, sind wir auch schon bei den Mankos: Für meinen Geschmack erinnert die ganze "Feind-des-Todes"-Sache von Constantine Madden, dem Oberbösewicht zu deutlich an Jeder-weiß-wen-ich-meine-also-ihr-wisst-schon-wer und damit haben Cassandra und Holly für mich schon eine Grenze erreicht, bei der ich gespannt bin, ob sie die in den Folgebänden überschreiten, oder nur gerade so eine Gratwanderung hinlegen um auf eigene Ideen hinauszugehen. Das Problem ist, wenn sie die tatsächlich überschreiten sollten und zu viel von Harry Potter übernehmen, wäre alles nur das Thema von den Heiligtümern des Todes, nur dass es eine leider stark simplifizierte Version wäre. Man könnte fast meinen, dass es nur deshalb Unterschiede zu Harry Potter gibt, weil die kleine Cassandra und Holly den Baukasten namens "Harry Potter" genommen haben und sich gesagt haben: "Last ihn uns so zusammenbauen, dass man es nicht mehr wiedererkennt". Vielleicht lösen sie die Geschichte sogar auf intelligente Weise und bringen eigene Ideen ein. Dazu muss ich mal sehen, wie die Fortsetzungen werden. Wirklich aufgeregt bin ich aber nicht und große Hoffnungen setze ich eigentlich auch nicht.

Kennt ihr dieses Buch auch schon, oder habt ihr auch schon davon gehört? Und wie schätzt ihr die Parallelen zu Harry Potter ein? Findet ihr sie unmöglich? Annehmbar? Unnauffällig? Oder seid ihr sogar absolute Fans? Lasst es mich wissen :-)

mit freundlichen Grüßen, Ihr-wisst-schon-wer...

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