Wednesday, April 22, 2015

"Silber -das zweite Buch der Träume" -Kerstin Gier

Ich hatte euch schon vom ersten Band berichtet, der mich nur mäßig begeistert hat. Nun lag aber auch der zweite Band in der Bibliothek und solange ich kein Geld dafür ausgeben muss, lese ich auch so etwas gern ;D und nehme es mir natürlich mit. Allerdings gebe ich keine Garantie dafür, dass ich euch nicht total negativ durch diese Rezension verärgere.

Auch wenn die Handlung erwartungsgemäß flach ausfiel: Kerstin Gier kann sehr humorvoll schreiben und hat bei mir auf jeden Fall ein paar Lacher gut, auch wenn ich mich bei einer Handvoll Wortspiele gefragt habe, wie zum Teufel sich so etwas auf Englisch anhören würde. (Hallo? Das ganze spielt schließlich in London?)
Es setzt eigentlich alles fort, was man im ersten Band vorfindet: Man hat absolut keine Ahnung, was mit den Träumen los ist, woher die Gefahr eigentlich droht und es gibt keine Hinweise. Liv und Henry haben einen Beziehungskonflikt, weil, sie sind ja schon im ersten Band zusammengekommen und es muss ja noch etwas passieren, deshalb wäre es ohne doofen Konflikt ja total langweilig. Also, deswegen: einmal Liebeskonflikt bitte! Mit all den Klischees, Missverständnissen und dem Rumgeheule von Liv.
Dann werden wieder deutsche Klischees (Lotti Wastlhuber samt Dirndl, auch wenn sie durchaus ein interessanter Charakter ist) und englische Klischees (Ernests Mutter, die Liv und Mia quasi für halbe Nazis hält und Teepartys veranstaltet) augewärmt und ausgespielt.


In dem Buch geht es vor allem um Spionage in Träumen, auch wenn das nicht offen ausgesprochen wird und dass Leute andere Leute NSA-mäßig in ihren Träumen ausspionieren können. Es wird enthüllt, wer Secrecy ist (und noch eine lahme Andeutung gemacht, dass die Person vielleicht doch nicht Secrecy ist). Liv und Mia werden dank des Tittletattleblogs von der ganzen Schule gehasst, weil sie einen Busch absägen, mit dem plötzlich alle innigste Kindheitserinnerungen verbinden, was mir so abstrus erscheint, wie die Tatsache, dass mein Einhorn Ernst mal wieder ausgebüxt ist, um auf dem Regebogen vor unserem Haus zu tanzen, aber lassen wir mal das, den (Aaargh!) Liv empfindet deswegen auch noch Schuldgefühle. Dafür, dass sie einen Busch abgesägt hat. Der Meinetwegen einem Pfau ähnlich sah, aber trotz kam es mir viel zu skurril vor um sich in dieses Buch einzufügen.

Vielleicht ist Kerstin Giers Welt auch einfach nicht meine, denn bei ihr geht es sehr viel um Partys, Klatsch und Tratsch, gesellschaftliches, all die Dinge, die mir durchaus etwa sagen, mit denen ich nur wenig anfangen kann. Auch mit Livs ich-komme-ohne-Henry-nicht-aus... komme ich nicht ganz klar

Dabei will ich dem Buch nicht absprechen, dass es durchaus voller Humor und schöner Ideen steckt. Und am Ende hat sich doch etwas wie eine Handlung mit ein bisschen Action ergeben, außerdem ist das Buch aufgrund der Sache mit den Türen und der Liv und Henry Angelegenheit natürlich sehr darauf aausgerichtet, sich ein kleines Fandom aufzubauen. Ich gehöre da eben nicht ganz rein.

eure durchaus verträumte, jetzt aber aufgewachte Mulan

4 Kommentare -gib deinen Senf dazu:

  1. Mir hat ja auch schon der 1. Band nicht gefallen und deine Rezension bestätigt mir, dass es besser war, mit dem 2. erst gar nicht mehr zu beginnen.
    Ich finde, dass Gier es auch wirklich nicht schafft, einen Londoner Flair zu vermitteln - man merkt einfach die ganze Zeit, dass die Autorin eine Deutsche ist. Und solche Liebeskonflikte nerven mich mittlerweile schon vom Hörensagen. ;-)

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    1. Tja, ich finde es eigentlich schon unterhaltsam, auch wenn ich einfach diese Welt nicht nachvollziehen konnte... schwer zu erklären :D
      Ja, das hat mich schon bei Rubinrot ein wenig gestört. Es war so auffälig deutsch, dass es genervt hat. Sodass ich inzwischen sogar froh bin, wenn ich mal ein "echtes" englisches Buch lese, bei dem der Autor sein Land und seine Stadt kennt :-)

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    2. Ja, stimmt, mir ist das auch schon bei der Edelstein-Trilogie aufgefallen. Wobei es ja auch genug Autoren geben, die auch eine andere Stadt/ein anderes Land absolut überzeugend beschreiben.

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    3. Kerstin Gier gehört eben nicht dazu :-) aber mehr kann ich da auch nicht mehr dzu sagen...

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