Sunday, October 11, 2015

Ernsthaft

Gefunden in Julies Paradies ↗

Das Leben ist… immer kompliziert, egal was man macht. Gerade der Versuch, es einfacher und bequemer zu gestalten, macht es uns so kompliziert.
Es ist schwer zu definieren, denn in der Gegenwart glänzen Zukunft und Vergangenheit immer heller als sie es tatsächlich waren oder sein werden.

Sterben müssen heißt… aufgeben, loslassen und und endlich fliegen.

Menschen können… grausam sein, hinter all ihren Masken und scheinen immer anders, als sie sind. Sie kommen einander nahe obwohl sie sich gegenseitig verletzen und sind manchmal einsame Inseln, denn selbst Worte reichen nicht, um manche Dinge auszudrücken.

Die Welt braucht… mehr Ärzte, Verstand und Ruhe. Mehr rationale Träumer. Mehr Ideen, die weniger Ressourcen verbrauchen. Weniger Menschen, die unbedingt exakt ihre eigenen Vorstellungen von der Welt durchsetzen wollen.

Das Wichtigste im Leben ist… sich selbst nicht unglücklich zu machen, sich falsche Entscheidungen einzugestehen, sobald man auf dem Holzweg ist und seinem Leben einen Sinn zu geben, statt nach dem Sinn zu suchen und aus lauter Verzweiflung, dass man ihn nicht findet, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

Vergangenheit ist… im Nachhinein schöner als es war. Das, was die Zukunft immer noch bestimmt und die, sobald sie es ist, unabänderlich ist. Das, was man nie wieder zurückgewinnen kann.

Zukunft bedeutet… ein Bild auszumalen, dessen Umrisse man noch nicht kennt. Der virtuelle Punkt am Horizont, dem alle zustreben, ohne sich je nach rechts und links umzuschauen. Der Punkt, der immer genau gleich entfernt bleibt, egal wie sehr man mit der Zeit geht.


Zeit ist… relativ. Sie hängt von dem ab, was passiert und von dem Ort, von dem aus man sie beobachtet. Sie ist kein Kreis, sondern eine Spirale, die sich immer weiter in engen Kurven um sich selbst drehend vom Ausgangspunkt entfernt, dass man immer wieder fast meint, sie würde sich wiederholen, obwohl sie nur sehr nahe selbst in der Vergangenheit streift und sich in Wahrheit doch immer weiter fortentwickelt.

Liebe ist… etwas, von dem jeder eine andere Vorstellung hat, weil sie so viele Facetten hat und die deswegen so viele enttäuscht, weil der Partner sie anders gesehen hat.

Freunde haben ist… schön, wenn man das, was einem Freude bereitet hat, wertschätzt, wenn man die Freude teilt und zurückgibt.

Glück ist… etwas, das man erst aus der Distanz erkennt, wenn man es schon lange zurückgelassen hat, weil es aus kleinen Dingen besteht, die sich erst im Laufe der Zeit multiplizieren und ein Mosaik ergeben.

Gefühle sind… Chemie, die millionenfach mehr ist als die Summe all ihrer Teile. Das, was uns weitertreibt, wenn der Verstand an seine inneren Wände stößt, die uns zu Leistungen bringen, aber nur in Maßen und uns abgesehen davon verletzen und ebensosehr behindern wie der Verstand manchmal.

Konflikte bedeuten… das Aufbrechen von Ungerechtigkeiten, Missständen, Schieflagen und all dem, was wir über lange Zeit verstecken, kaschieren verschwinden lassen und das uns doch einholt. Kluften, die aufreißen, wenn wir feststellen, dass die Unterschiede größer sind, als wir wahrhaben wollten.

Hoffnung ist… etwas, woran man sich oft länger festhält als gut tut. Die aber einen am Leben hält und zum weitermachen zwingt, wenn man andererseits nichts mehr hätte. Und die man allzu oft gerade dann verliert, wenn man sie am bittersten nötig hätte.

Glauben können ist… von Beweisen abzusehen, sich über das Rationale hinwegzusetzen und etwas anzunehmen, ohne es zu hinterfragen.

Träume sind… die flüchtigen Bilder, die fantastischer und doch ebenso grau sind wie die Realität, die man oft in den ersten Sekunden in denen man wach ist vergisst. Die Bilder die mich inspirieren, obwohl sie nur ein verkleidetes Bild der Realität sind.

Visionen sind… oft überzogene Vorstellungen, die sich nie so umsetzen lassen, weil sie an der Realität scheitern. Utopien, Bilder, wie die Welt sein könnte, aber nie sein wird. An denen man sich orientieren kann, die aber keine Blaupausen sind.

Veränderung bedeutet… loslassen, zurücklassen. Ballast abwerfen. Etwas neues, ungewohntes, unbequemes reinzulassen und verkrustet und falsch verwachsenes abzukratzen.

Stagnation bedeutet… Stillstand, der Versuch sich an der Vergangenheit festzuhalten, die nicht mehr existiert, das Aussperren der Veränderung. Erzwungene Stabilität ohne Perspektive für Entwicklung, weder nach oben noch nach unten.

Ich brauche… mehr Zeit, mehr Ruhe, mehr Konzentration und mehr Geduld.

Angst habe ich vor… den Monstern, die in meinem Kopf stecken und nachts zu irren, fast realen Illusionen werden, die mich umkreisen und verfolgen.

Mut bedeutet… stehenzubleiben, wenn die Monster allzu real werden. Sich nicht einschüchtern zu lassen von Dingen, die in unseren Köpfen viel größer, wilder und gefährlicher erscheinen als in der Realität. Es bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern seine Angst zu überwinden und mit ihr fertig zu werden.

Das Allerschwerste ist… sich selbst die Wahrheit einzugestehen und sie dann vor anderen Menschen auszusprechen.

Es ist so leicht… den Schritt von der Vorstellung zur Idee zu tun, das einzige Hindernis ist, dass man Dinge, die man jederzeit tun könnte, immer weiter in den virtuellen Punkt am Horizont weiterschiebt, der da Zukunft oder auch "lange Bank" heißt.

Verlieren bedeutet… etwas für immer loszulassen, ohne dass man darauf vorbereitet war.

Gewinnen heißt… Dinge vom Weg aufzusammeln, die andere übersehen, die Welt ein Stück geformt haben und ist dann, wenn man aus einem Verlust etwas gelernt hat.

Perfekt sein bedeutet… nicht menschlich zu sein, denn kein Mensch ist perfekt. Konnte ich so unterschreiben, Julie.

Versagen bedeutet… hinzufallen und nicht mehr aufzustehen.

Verlust ist… wenn man etwas →verloren hat.

Schmerz ist… das erste, was man bei Verlust oder körperlichen Verletzungen unmittelbar zu spüren bekommt und die Wunde im Herzen, die manchmal noch bleibt, wenn alles Sichtbare längst vernarbt ist.

Arbeiten bedeutet… weder zu schuften, noch zu faulenzen. Arbeit hat nicht immer ein Ziel, aber wenn sie eins hat, scheint sie manchmal vergeblich zu sein, wenn man es nicht erreicht, selbst wenn diese Arbeit trotzdem immer ein Ergebnis hat.

Geld bedeutet… ein Mittel und Medium mit dem man die wirklich an sich notwendigen Dinge anschaffen kann und das deswegen in vielerlei Hinsicht nützlich ist, aber aufgrund seiner Überschätzung und der Fehlannahme, es mache glücklich oder es sei essentiell und wirklich wichtig, sehr viele Menschen auf dieser Welt ins Unglück stürzt.

Leistung ist… Talent, Druck sowohl von innen und außen und wenn man das Ziel im Weg gefunden hat. Leistung ist Fleiß und kann zugleich mit Fleiß erreicht werden.

Stärke ist… nur so viel Kraft aufzuwenden, wie nötig ist, um ein Ziel zu erreichen, nicht zu zerbrechen, weil man sich nur so sehr verausgabt wie man es aushalten kann und Dinge aus eigener Kraft, aus eigenem Motor zu tun, ohne Zuspruch von außen. Stärke ist, eigene Gefühle und Wünsche gegenüber einem wichtigerem Ziel hintenanzustellen und eine Säule für andere zu sein.

Phantasie kann… die leeren und langweiligen Dinge mit bunten Bildern und Farben füllen. Sie ist, Dinge zu sehen, die andere nicht bemerken, weil sie nicht da sind. Sie ist, die Verbiegung der Wirklichkeit und kann uns vom Boden der Realität befreien. Sie lässt uns über die Wirklichkeit hinausdenken.

Kreativität ist… aus den Dingen die da sind, etwas vollkommen Neues zu machen, und die Dinge aus der schrägen Perspektive zu sehen. Wer kreativ sein will, muss versuchen den verrücktestmöglichen Weg zu gehen und den verrücktestmöglichen Blickwinkel anzusetzen. Kreativität ist Phantasie mit Ergebnis.

Menschen, die andere nach ihrem Bild formen wollen… sind leider immer gerade die Menschen, die nicht viel Gutes zu bieten haben und solche, die in Wahrheit mit sich selbst nicht klarkommen.

Gesundheit für meine Lieben… ist ein schöner Wunsch, aber nicht immer der Fall. Es ist wichtiger, sich eben auch um seine Lieben zu kümmern, wenn es ihnen schlecht geht, auch wenn das anstrengend ist und es mir ehrlich gesagt nicht immer gelingt.

Gerechtigkeit… ist nicht, wenn alle das gleiche haben oder wenn jeder das hat, was er nach seinen eigenen Leistungen verdient hat, sondern wenn jeder das hat, was er wirklich braucht.

Meine Zuverlässigkeit… ist etwas an mir, an dem ich arbeiten muss.

Meine Schüchternheit… habe ich in den meisten Dingen schon lange hinter mir gelassen.

2 Kommentare -gib deinen Senf dazu:

  1. Ich hab erst mal bezweifelt, dass ich das gerade überhaupt verstehen kann, ich werde langsam müde, aber ich bin froh, dass ich's doch noch gelesen habe. Da sind so viele Dinge, die du einfach wunderbar beschrieben hast ("Zeit" zum Beispiel, oder "Das Allerschwerste") und die man super so übernehmen könnte, und ein paar, die mich ziemlich zum Nachdenken gebracht haben, gerade weil ich es anders sehe ... Auf jeden Fall mag ich deine Sicht der Dinge und dass du so tief unter die Oberfläche schaust. Obwohl ich gerade nur noch so halb in der Lage bin, meine Gedanken zu formulieren.

    Alles Liebe,
    Mara

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    1. Es sind eigentlich nur meine eigenen Definitionen, für die ich in mich reingehorcht habe.
      Deswegen denkst du wahrscheinlich auch anders darüber als ich, es ist bloß, was ich selber darüber denke... Nichts Universelles.

      Und den Begriff "rationaler Träumer" habe ich ja von dir :-)

      Mir fällt es ja auch oft schwer, meine Gedanken zu formulieren, deswegen sind ja Artikel wie dieser eher seltener, einfach weil ich es nie schaffe... Und bei anderen zu kommentieren ist momentan sowieso eine schwere Sache.

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